Humboldt/Gremberg ist ein östlicher Stadtteil von Köln im rechtsrheinischen Stadtbezirk Kalk, der bei einer Gebietsreform im Jahre 1975 aus zwei ehemals eigenständigen Stadtteilen entstanden ist. Die Gründung des Ortsteils Humboldt erfolgte während der Industrialisierung der benachbarten Orte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die erste urkundliche Erwähnung von heutigen Stadtteilflächen des Gremberger Gebietes wurde hingegen schon in einem Schriftstück aus dem Jahre 1003 niedergeschrieben. Durch unterschiedliche Gemeindezugehörigkeiten wurde Humboldt bereits 1888 nach Köln eingemeindet, Gremberg zusammen mit der Gemeinde Vingst im Jahre 1910.

Während des 20. Jahrhunderts entwickelten sich beide Orte zu Arbeiterwohngebieten für die Beschäftigten der benachbarten Fabriken. Durch den wirtschaftlichen Strukturwandel während der 1980er-Jahre und der damit verbunden Schließung zahlreicher Fabriken wurde Humboldt/Gremberg im Jahre 1994 als ein „Stadtteil mit erhöhtem Erneuerungsbedarf“ in das Integrierte Handlungskonzept „Kalk-Programm“ aufgenommen, welches mit finanziellen Mitteln von Bund, Land und Stadt die Neuschaffung von Arbeitsplätzen, die Modernisierung der Wohnbebauung sowie den Ausbau sozialer Netzwerke im Stadtteil fördert. Das Stadtteilbild wird heute von sanierten Nachkriegsbauten sowie zahlreichen gut erhaltenen Wohnhäusern aus der Gründerzeit geprägt, mit über 15.000 Einwohnern zählt Humboldt/Gremberg zu den bevölkerungstärkeren Stadtteilen des rechtsrheinischen Kölner Stadtgebietes.

Geschichte von GrembergWappen-Gremberg

In einer Schenkungsurkunde überschrieb  Heribert von Köln im Jahre 1003 der neugegründeten Abtei Deutz zahlreiche Pfründe, so unter anderem die Pfarrkirche Deutz mit dem ihr aus den umliegenden Höfen Deutz, Kalk, Vingst, Poll, Rolshoven und Westhoven zustehenden Zehnten, sowie den halben Wald Grevenbruck, das heutige Gremberger Wäldchen. In einer weiteren Urkunde vom 13. März 1386 wurde auf Antrag des Erzbischofs Friedrich von Köln und des Herzogs Wilhelm II. von Berg die genaue Grenze zwischen Kurköln und dem Herzogtum Berg beschrieben, die seit der Integration des Deutzgaus in die damalige Grafschaft Berg bestand. Dort wird das Gebiet als Grevenberge aufgeführt.

Der in der Mitte des Wäldchens liegende Gremberger Hof, dessen Existenz seit 1663 urkundlich nachgewiesen ist, befand sich bis zur Säkularisation im Besitz der Abtei Deutz. Der Hof war bis zum Ende des 19. Jahrhundert das einzige Gebäude im gesamten Gebiet. Im Jahre 1828 wurden dort insgesamt 20 Einwohner gezählt. Die übrige Fläche Grembergs bestand nur aus Feldern und Wald. Im Zuge der Anlage des äußeren Kölner Festungsrings wurde im Auftrag der Verwaltung Preußens zwischen 1877 und 1880 das Zwischenwerk IX b im heute östlichen Teil des Waldgebietes errichtet. Im Jahre 1900 kaufte die Stadt Köln das 302 Morgen umfassende Gremberger Wäldchen für 400.000 Mark vom Lande Preußen, um den ehemaligen Staatsforst als Naherholungsgebiet für die Kölner Bürger zu nutzen. In unmittelbarer Nähe des Gremberger Hofes wurde 1911 ein Forsthaus mit Restaurationsbetrieb eröffnet, welches die Stadtverwaltung mit 28.134 Mark vorfinanzierte.

Durch den Bau der Bahnanlagen der Siegstrecke im Jahre 1886 erhielt das heutige Gremberger Ortsteilgebiet zwar mit dem Personenbahnhof Kalk-Süd einen Anschluss an das Eisenbahnnetz, wurde dabei aber gleichzeitig vom restlichen Vingster Ortsgebiet abgetrennt. Die Gemeindeverwaltung beauftragte im selben Jahr den Bau einer Schule an der Odenwaldstraße, da sie in diesem Gebiet durch den Bahnanschluss und die zunehmende Industrialisierung Kalks einen größeren Bevölkerungszuwachs erwartete. Obwohl 1890 mit der Akkumulatorenfabrik Gottfried Hagen ein großes Industrieunternehmen in diesem Bereich seinen Betrieb aufnahm, verlief der Bevölkerungszuwachs langsamer als erhofft, sodass die Schule erst 1896 nach dem Bau eines Lehrerhauses den Betrieb aufnahm.

Zwischen 1900 und 1910 wurden zwischen Odenwaldstraße und Gremberger Straße mehrere zwei- bis viergeschossige Häuserzeilen als Wohnraum für die Beschäftigten der Kalker und Vingster Fabriken gebaut, aber das Gremberger Gebiet blieb aufgrund eines fehlenden Straßenbahnanschlusses weiterhin kein attraktiver Wohnort, denn 1909 waren 93 Wohnungen in dem Neubaugebiet noch nicht vermietet. Die Konsumgenossenschaft Hoffnung wählte diesen Bereich 1908 für die Anlage ihrer Zentrale, die aus einem dreigeschossigen Büro- und Geschäftshaus, einem Zentrallager sowie mehreren Produktionsbauten bestand. Nachdem Gremberg zusammen mit der Gemeinde Vingst am 1. April 1910 in die Stadt Köln eingemeindet wurde, plante die Stadtverwaltung eine Straßenbahnlinie, die von der Innenstadt bis ins Naherholungsgebiet Gremberger Wäldchen fahren sollte. Die 1913 begonnenen Baumaßnahmen wurden mit Beginn des Ersten Weltkrieges eingestellt und danach nicht wieder aufgenommen.

Im Jahre 1911 wurden die katholischen Gläubigen des Gremberger Gebietes der Pfarrgemeinde in Humboldt zugeordnet, da die Notkirche St. Engelbert näher als die Vingster Kirche St. Martin lag. Gleichzeitig initiierte der zuständige Dechant Martin Köllen die Gründung eines Kirchenbauvereins, dessen Ziel die Finanzierung eines eigenen Kirchengebäudes am Gremberg war. Die Unterstützung seitens der Bevölkerung für dieses Vorhaben war allerdings sehr gering, da diese meist als Fabrikarbeiter nicht sehr viel verdienten. Köllen wurde auch im Gegensatz zu den benachbarten Ortschaften kein kostenfreier Kirchenbauplatz zur Verfügung gestellt, sodass er auf eigene Kosten einen Saal auf einer Hofanlage an der Roddergasse für 100 Mark jährlich auf fünf Jahre anmietete. Er investierte weitere 500 Mark seines eigenen Kapitals für Umbauarbeiten am Gebäude. Die Inneneinrichtung wurde von anderen Pfarrgemeinden zur Verfügung gestellt. Am 15. Oktober 1911 weihte Köllen die Notkirche auf den Namenspatron seines Vaters – den heiligen Antonius von Padua. Drei Jahre später wurde St. Antonius, mit gleichzeitiger Einsetzung eines eigenen Pfarrers, zur Rektoratsgemeinde der Pfarre St. Engelbert in Humboldt.